Themenübersicht: Implantologie
Zum Produktvergleich: Knochenmühlen/ Knochenfilter

Knochenmühlen – bei augmentativen Verfahren ein notwendiges und


 
Bei augmentativen Verfahren zur Verbesserung des Implantatlagers gilt der autologe Knochen nach wie vor als „Goldener Standard“. Gegenüber alloplastischem Ersatzmaterial ist die erheblich kürzere Einheilzeit bei sicherer Prognose der große Vorteil. Doch welche Argumente sprechen nun für welches Knochenmühlenkonzept und was ist bei der Auswahl zu beachten?
Donortransplantate aus der retromolaren oder der interforaminalen Region des Unterkiefers zeichnen sich durch hohe Volumenkonstanz aus und sind somit als partikuläres Material für die Sinusbodenelevation hervorragend geeignet.

Bei der Zerkleinerung und Segmentierung des gewonnen Transplantates ist eine Partikelgröße um die 50 Mikrometer anzustreben, da kleinere Strukturen zu schnell resorbieren, zu große Strukturen jedoch weniger Kontaktkanalfläche zum Umgebungsmilieu hin bieten. Somit sollte eine möglichst ideale Partikelgröße mit – für den Operateur – möglichst einfachen Mitteln zu erreichen sein.

Anforderungen sind hinsichtlich Aufwand beim Zusammenbau, Leichtigkeit des Zerkleinerns, Partikelgröße, Menge des nicht verwertbaren Rückstandes, Größe des Gerätes, Reinigbarkeit und Sterilisierbarkeit zu nennen.
Aufwand beim Zusammenbau

Idealerweise werden die einzelnen Komponenten als Set bereitgestellt und intraoperativ vor oder nach Entnahme des Transplantates durch den Operateur zusammenge- setzt. Dies sollte schnell und standardisiert erfolgen.

Leichtigkeit des Zerkleinerns

Während der Mahlbewegungen beim Zerkleinern des gewonnenen Transplantates sollte der Kraftaufwand nicht zu groß sein.
Der Operateur sollte mit Hilfe der Knochenmühle mit mehreren Drehbewegungen das Transplantat bis zur gewünschten Partikelgröße aufbereiten können. Hierfür sollte nicht mehr als ein bis zwei Minuten Zeit veranschlagt sein.

Partikelgröße

Unterschiedliche Indikationsstellungen verlangen unterschiedliche Partikelgrößen und Konsistenzen des Knochens. Für parodontal-chirurgische Eingriffe zur Auffüllung von Furkationsdefekten oder zur periimplantären Augmentation als vestibuläre Anlagerung ist sicherlich eine kleinere Partikelgröße zu empfehlen, wohingegen bei Sinus- bodenelevationen bei ausschließlicher Verwendung von autologen Knochen oder auch bei Beimischung mit alloplastischen Ersatzmaterialien sicherlich zur Vergrößerung des Volumens größere Partikelgrößen wünschenswert sind.

Menge des nicht zerkleinerten Materials

Ein sehr wichtiges Kriterium bei der Bewertung einer Knochenmühle ist das möglichst verlustfreie Aufbereiten des im Vorfeld mühevoll gewonnenen Knochentransplantates. Es sollte das komplette Material als zerkleinerte Knochenspäne in einer Schale gesammelt werden und dem Operateur für die weitere Augmentation zur Verfügung stehen. Die Abmessung und das Design der Knochenmühle müssen eine nahezu rückstandsfreie Aufbereitung ermöglichen.

Größe

Knochenmühlen sollten nicht zu groß dimensioniert werden, da einerseits der Platzbedarf steigt, andererseits eine zu robust konstruierte Knochenmühle aus größeren Teilen besteht und über die größere Kontaktfläche das Risiko der größeren Rückstandsfläche vorhanden ist. Die kompakte Größe stellt sich hier als vorteilhaft dar.

Sterilisierbarkeit

Im Sterilcontainer sollten die einzelnen Komponenten als Set bereitgestellt und im sterilen Zustand intraoperativ vor oder nach Entnahme des Transplantates durch den Operateur zusammengesetzt werden können. Nach Abschluß der Operation wird die Knochenmühle in ihre Einzelteile zerlegt und über die vorhergesehene Haltevorrichtung im Instrumentensieb der Sterilgutaufbereitung zugeführt. Somit ist die Integration in die Aufbereitungskette gewährleistet.

Zusammenfassung


Das entscheidende Kriterium bei Auswahl einer Knochenmühle ist der Aufwand mit welchem sich das mühsam entnommene Donortransplantat in den partikulären Zustand überführen läßt und wie viel davon für die anschließende Augmentation zur Verfügung steht.
Eine Knochenmühle mit variabel bestimmbarer Partikelgröße bei gleichzeitig wenig Rückstandsmaterial nach Aufbereitung und insgesamt kompaktem Gesamtdesign stellen den Maßstab dar.


Dr. Dr. Andres Stricker
Wessenbergstraße 6
78462 Konstanz

Literatur auf Anfrage beim Verfasser.


Zum Produktvergleich: Knochenmühlen/ Knochenfilter









 

www.dentalkompakt-online.de

ist eine kostenlose und unverbindliche Vergleichsplattform für Dental-Produkte, Dental-Materialien und Dental-Geräte. Die Rubriken

Produktvergleiche für Zahnarztpraxen

und

Produktvergleiche für Dentallabore

sind unterteilt in die verschiedenen Fachgebiete, wie

Implantologie

,

Parodontologie

oder

Kieferorthopädie

bzw.

Laborführung

,

CAD/CAM

oder

Totalprothetik

. Innerhalb dieser Fachgebiete finden Sie die einzelnen Leistungsvergleiche zu den verschiedenen Dental-Produkten, Dental-Materialien und Dental-Geräten, wie

Implantatsysteme

,

Behandlungseinheiten

oder

CAD/CAM Systeme

. Außerdem finden Sie zu jedem Produktvergleich einen passenden Fachartikel, wie beispielsweise im Bereich

Prävention und Konservierende Zahnheilkunde

. Nutzen Sie das Vergleichen von Produkten auf

www.dentalkompakt-online.de

als kostenlose und unverbindliche Grundlage bei Investitionsentscheidungen für die Zahnarztpraxis oder das Dentallabor.