|
Auch mit dem Einzug moderner Technologien in der Zahntechnik ist und bleibt das Fräsgerät ein unverzichtbares Arbeitsgerät im Labor. Neben den klassischen Materialien, die es im Fräsbereich zu bearbeiten gilt, rücken nun innovative Gerüstkeramiken als zu fräsende Materialien immer mehr in den Fokus, einhergehend mit der Indikationserweiterung vollkeramischer kombinierter Restaurationen, wie z. B. Primärkronen.
Mit der fortschreitenden Entwicklung in der Zahntechnik haben sich auch die Materialien geändert bzw. neue Werkstoffe sind hinzugekommen. Neben den klassischen Teleskop- und Geschiebearbeiten aus Metall werden nun immer öfter auch Zirkonoxid-Gerüste als Primärkronen eingesetzt. Das bedeutet, ein Fräsgerät muß in der heutigen Zeit auch keramische Materialien bearbeiten können. Doch da diese Materialen nur mit Wasserkühlung gefräst werden können, ist es leider nicht möglich, keramische Werkstoffe mit einem herkömmlichen Gerät zu bearbeiten. Darauf haben die Hersteller reagiert und bieten neben den klassischen Varianten auch spezielle Keramikfräsgeräte oder Aufrüstsätze für ihre Klassiker an. Ich hingegen bevorzuge ein separates Fräsgerät für keramische Werkstoffe, weil mir ein solches Gerät ein Optimum an Sicherheit und Präzision bei der Bearbeitung dieser Materialien bietet.
Was muß ein Fräsgerät leisten können? Sicher ist, daß ein modernes Fräsgerät eine gute Beleuchtung benötigt. Zudem ist ein übersichtliches Display von Vorteil. Für den Zahntechniker sind kurze Wege wichtig. Die Bedienteile für Magnet- und Drehzahleinstellung sollten schnell erreichbar und einfach zu handhaben sein. Das Umstellen vom beweglichen zum starren Fräsarm sollte leicht und schnell gehen. Gerade hier waren die „Oldtimer“ der Frästechnik sehr umständlich. Die Geräte der neuen Generation hingegen sind in diesen Punkten vorbildlich, insbesondere der APF 350 von Amann Girrbach und der DF 44 von Harnisch und Rieth. Das Umstellen vom beweglichen zum starren Arm erfolgt über nur eine Schraube. Auf Fußschalter sollte verzichtet werden, da sie meistens zur Verwirrung beitragen, insbesondere, wenn Magnet und Motor über zwei Fußschalter zu bedienen sind. Außerdem führen in diesem Fall Kabel aus dem Fräsgerät, für die entweder der Tisch durchbohrt werden muß oder diese Kabel vor dem Tisch herabhängen und beim Öffnen der Schubladen stören. Bei vielen Herstellern gehören Armlehnen zum Lieferumfang, doch werden diese leider oft nicht benutzt. Darüber hinaus erweist sich eine Auffangwanne für das gefräste Gold beim heutigen Goldpreis als „preiswerter“ Vorteil. Da ich überwiegend hochgoldhaltige Materialien verarbeite, hat sich die Wanne längst amortisiert. Restaurationen mit gefrästen Anteilen sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil von Qualitätszahntechnik „made in germany“. Die Entscheidung für ein Fräsgerät sollte man aufgrund von Anwenderfreundlichkeit, Robustheit, Qualität und der im Labor zur verarbeitenden Materialien treffen. Man arbeitet über viele Jahre hinweg täglich damit. Autor ZTM Tony Wiessner Zum Rauhbrunnen 6 96110 Scheßlitz-Würgau
Zum Produktvergleich: Fräsgeräte |

Das Fräsen einer Ankerbandkrone mit dem Feinstfräser.
|