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Kleine Turbolader fürs Labor – ohne geht’s nicht


 
Das Technikhandstück ist ein unauffälliges, aber dennoch das am häufigsten verwendete Gerät des Technikers. Um Gips, Kunststoff, Metall, Edelmetall, Titan oder Keramik effizient zu bearbeiten, ist es somit das wichtigste Arbeitsgerät im Dentallabor! Weil jeder Techniker individuelle Anforderungen aufgrund seiner persönlichen Arbeitsweise hat, bietet der Markt für nahezu alle Anwendungsgebiete und Arbeitsanforderungen eine individuelle Lösung hinsichtlich Leistung, Robustheit, Handling und Design.

Abgesehen von Farbe und Form des Handstückes gibt es einige wichtige Faktoren, die unbedingt erfüllt sein sollten: Zunächst ist auf die Durchzugskraft zu achten. Zwischen einer Leistung von 3 Ncm und 7,8 Ncm besteht ein bedeutender Unterschied. Hier ist das Anwendungsgebiet ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Leistungsklasse der Techniker benötigt. Eine Drehzahl von 30.000 – 40.000 U/min sollte Standard sein, wobei max. 30.000 U/min normalerweise für alle Arbeiten ausreichend sind. Darüber hinaus gibt es derzeit auf dem Markt keine Werkzeuge, die für Drehzahlen über 30.000 ausgelegt sind.
Neben dem Anschaffungspreis sind natürlich auch die Wartungskosten ausschlaggebend. Ähnlich wie beim Auto verhält sich dies auch bei den Technikhandstücken – ein gut gepflegter Wagen wird auch nach Jahren noch hervorragende Dienste leisten. Jedoch können ohne sachgemäße Wartung Verschleißerscheinungen bereits nach kurzer Zeit die Anschaffung des neu erworbenen Produktes in Frage stellen.

Kosten und Leistung gegenüberstellen

Natürlich sollte man auch vor einer Neu­investition die Anschaffungskosten den anfallenden Wartungs- oder gar Reparaturkosten gegenüberstellen. Man kann auch nicht erwarten, daß ein Wartungsintervall eines Sportwagens gegenüber einem Mittelklassefahrzeug in Punkto Kosten gleichzusetzen ist.
Die gesetzliche Gewährleistungszeit von zwei Jahren spielt nur eine untergeordnete Rolle, da für ein gutes Handstück auf jeden Fall eine Lebensdauer von fünf, idealerweise bis zu zehn Jahren kalkuliert werden kann. Hierbei muß man jedoch die Lebensdauer von der Wartungsfreiheit getrennt betrachten.
Die jährlichen Wartungskosten sind unterschiedlich hoch – je nachdem, ob das Handstück zur Wartung an den Hersteller geschickt wird, oder ob spezialisierte Firmen hierzu beauftragt werden, die oft mit „günstigen“ Reparaturangeboten locken. Doch hier ist Vorschicht geboten. Wenn etwas „günstiger“ angeboten wird, muß meist an einer anderen Stelle gespart werden: Hier bleibt oftmals die Qualität auf der Strecke! Und wer könnte die Produkte besser reparieren als der Hersteller selbst, oder ein von diesem speziell geschulter und autorisierter Fachbetrieb?

Gewicht sparen ja – aber nur, wo es Sinn macht

Die Lebensdauer der Geräte hängt natürlich von Einsatzgebiet, der Intensität und Arbeitsweise ab. Die falsche Reinigung oder Pflege (Preßluft, Abdampfgeräte oder Öl) sind hierfür sehr oft Grund eines vorzeitigen Ausfalls des Motorhandstückes.
Da es durchaus vorkommen kann, daß der Zahntechniker das Handstück bis zu zwei Stunden für die Arbeit an nur einem Werkstück einsetzt, ist die Handlichkeit von großer Bedeutung, welche in erster Linie von Ergonomie, Gewicht und Balance bestimmt wird. Ab einem bestimmten Punkt „steigt“ bei der Arbeit mit dem Handstück erfahrungsgemäß dessen empfundenes Gewicht proportional zur Bearbeitungszeit. Aber Vorsicht: Mit jedem Gramm Gewichts­einsparung kann ein Stück Robustheit und damit auf lange Sicht Präzision und Haltbarkeit reduziert werden. Gerade im Bereich der Lager hat eine „Leichtbauweise“ in Bezug auf die Lebensdauer des Handstückes fatale Folgen. Verwendet der Hersteller hochwertige Kugellager, was zweifellos höhere Kosten verursacht, amortisiert sich dieser Kostenaufwand schnell wieder im Wartungs- bzw. Reparaturfall, da ein schnelles und dadurch kostengünstiges Austauschen aller Kugellager durch den Hersteller oder zertifizierte Service-Reparaturdienste möglich ist.
Gewichtseinsparung kann an anderer Stelle erzielt werden, z. B. am Motorkabel oder der verwendeten Motortechnik. Besonders bei komplizierten Feinarbeiten macht sich ein ruhiger und vibrationsfreier Lauf mit hoher Rundlaufgenauigkeit positiv bemerkbar.

Gerade im Bereich der Lager hat eine „Leichtbauweise“ in Bezug auf die Lebensdauer des Handstückes fatale Folgen.

Ende der Fahnenstange in Sicht

Die Drehrichtung und Geschwindigkeit wird über die speziell entwickelte Software nicht nur reguliert, sondern ist auch der entscheidende Punkt für das Anlaufverhalten, die Durchzugskraft bei niedriger Drehzahl und der daraus folgenden Laufkultur des Motorhandstückes.
Viele asiatische Hersteller, die mit so genannten Hallsensoren arbeiten und daher Steuerplatinen als zusätzliches Gewicht integrieren müssen, benötigen weitere Kabelleitungen. Dies wirkt sich negativ auf das Gewicht, die Balance und die Flexibilität des Motorkabels aus.
Sinnvoll sind optionale Einstellungen wie Geschwindigkeitskontrolle (Tempomat-Funktion), bei der die einmal gewählte Drehzahl konstant beibehalten wird, oder ein „Schnellstop“ zur Schadensminimierung bei mechanischen Defekten oder arbeitstechnischen Fehlern.
Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten bekannte Firmen und Marken, die seit Jahren Technik-Handstücke produzieren und diese ständig optimieren, wobei nach Aussage der führenden Hersteller mittlerweile, was die Entwicklung der Geräte angeht, nahezu das Ende der Fahnenstange erreicht ist.
Bei der Auswahl „seines“ Handstückes sollte man immer auf ein Qualitätsprodukt zurückgreifen, das auch in Bezug auf Gewicht und Balance besten Komfort bietet. Wer über einen Wechsel auf ein anderes Fabrikat nachdenkt, sollte zunächst über die zuvor beschriebenen Kriterien nachdenken.
Der folgende Leistungsvergleich vermittelt Ihnen einen hilfreichen Überblick. Vor einer Kaufentscheidung sollte man sich jedoch unbedingt an sein Depot oder an den Hersteller mit der Bitte um ein Demo-Gerät wenden. So hat man für ein paar Tage die Möglichkeit, unter Realbedingungen das Handstück zu testen und zu erfahren, ob das Motorhandstück für die eigenen Bedürfnisse ausreichend und zufriedenstellend ist.

Sinnvoll sind optionale Einstellungen wie Geschwindigkeitskontrolle oder ein „Schnellstop“.

Autor
Jürgen Liebezeit
ztmjl@gmx.de



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Ähnlich wie bei einem Auto leistet auch ein gutes Handstück nach Jahren noch hervorragende Dienste.


Bei der Auswahl „seines“ Handstückes sollte man immer auf ein Qualitätsprodukt zurückgreifen.







 

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