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Clever aufwachsen


 
Elektrische Wachstechnik ist inzwischen aus den Laboren nicht mehr wegzudenken. Die deutlichen Vorteile gegenüber der Bunsenbrennertechnik haben sich durchgesetzt: höhere Qualität und bis zu doppelte Geschwindigkeit. Das Arbeiten wird rationeller, angenehmer und qualitativ hochwertiger.
Mit dem Einsatz eines elektrischen Wachsmessers unterliegt das Wachs keinen nennenswerten Temperaturschwankungen. Die Arbeit erfolgt materialschonend, also ohne das Material übermäßig zu strapazieren. Es läßt sich zügig und mit gleich bleibender Temperatur gezielt auftragen. Im Gegensatz zur Arbeit über der offenen Flamme, bei der sich unterschiedliche Konsistenzen des aufzutragenden Wachses ergeben.
Bei zu starker Erhitzung des Wachses (schon ab 120 °C) verbrennen wichtige Bestandteile, die zu seiner Modellierfähigkeit beitragen. Die häufigsten Folgen sind starke Kontraktionen in der Wachsmodellation, abstehende Ränder und Verzüge bei Brücken.

Direktes Arbeiten bedeutet höhere Geschwindigkeit

Beim elektrischen Wachsmesser entfällt das separate Aufheizen der Instrumente. Der Techniker kann sich folglich besser auf sein Objekt konzentrieren, denn das umständliche Dreieck Flamme-Wachs-Objekt wird zugunsten der Wachs-Objekt Beziehung abgelöst. Auch visuell wird man von der Flamme nicht mehr abgelenkt. Zudem entfällt die Hitzestrahlung (800 – 1.100 °C) des Bunsenbrenners, ganz zu schweigen von den Gefahren, welche die offene Flamme in sich birgt.

Entscheidend: die Wahl des Gerätes/Systems

Eine Metallspitze elektrisch aufzuheizen reicht nicht aus. Das System muß konzeptionell viel mehr bieten und ausgereift sein, damit der Zahntechniker in den vollen Genuß der Vorteile kommt. Hier unterscheiden sich die zur Zeit auf dem Markt befindlichen Geräte sehr. Folgend einige Merkmale, auf die geachtet werden sollte.

Erfahrung


Wie tendenziell in den meisten Bereichen spielt auch hier die Erfahrung der Hersteller eine große Rolle, denn sie hatten Zeit, sich an die Bedürfnisse ihrer Kunden anzupassen. Diese Bedürfnisse erstrecken sich – neben der selbstverständlichen Forderung nach intelligent umgesetzter Technik – u. a. auf: Auswahl an Gerätevarianten, Individualisierung, Ergonomie, Präzision, Platzersparnis und Design.

Technik

Das gezielte Abtropfen des Wachses ist das Wichtigste; Folgendes ist hierbei zu beachten: Das Gerät sollte eine exakte, schnelle Temperatursteuerung besitzen, wobei sich das Heizelement soweit als möglich vorne im Handstück, besser noch in der Sondenspitze befinden sollte. Dies vermeidet Temperaturverluste, die Überhitzung des Griffes, zu lange Aufheizphasen und minimiert dadurch die Temperaturschwankungen. Das Material der Spitzen sollte eine homogene Wärmeverteilung garantieren und die Sonden kratz-unempfindlich und leicht zu reinigen machen.

Auswahl

Jedes Labor hat eigene Anforderungen und jeder Zahntechniker arbeitet individuell, so sind auch die Anforderungen an die Geräte jeweils unterschiedlich: Sollen es eine oder zwei Sonden sein? Soll das Gerät programmierbar sein, digital oder reicht die Temperatursteuerung per Drehknopf? Erfahrene Hersteller bieten hier die (auch preislich) passende Ausstattung.

Individualisierung

Die meisten Hersteller bieten ein breites Sortiment an Arbeitssonden für jeden Arbeitsbereich, die in ihrer Formgebung meist auf Erfahrungswerten von Aufwachs-Spezialisten beruhen. Die Oberflächenbeschaffenheit der Metallsonden ist je nach Hersteller unterschiedlich. Deshalb sind nicht alle Sonden für ein individuelles Beschleifen oder Verformen geeignet.
Es sollte darauf geachtet werden, daß die Sonden nach individuellem Beschleifen nicht ihre Wärmeleitfähigkeit verlieren, die eventuelle Beschichtung nicht verletzt wird und ein kontrolliertes Abtropfen des Wachses auf das Objekt jederzeit gegeben ist!
Spezialsonden sind jedenfalls trotzdem ein Muß, beispielsweise für den Einsatz in der Prothetik oder in Verbindung mit Wachsvorwärmgeräten.

Ergonomie

Wir haben es hier mit Hitze zu tun, die von der Hand des Technikers ferngehalten werden soll. Dies wird unterschiedlich gut gelöst und dabei muß noch die Stabilität des Griffes beachtet werden und ob er sich leicht austauschen läßt.
Bei der Bedienung gilt auch hier, wie überall, je weniger Tastenkombinationen desto besser. Eine pro Kanal separate und bei allen Lichtverhältnissen gut lesbare Temperaturanzeige ermöglicht erst das präzise Arbeiten. Hitzebeständige Kabel und Köcher für die Handstücke sowie Ablagemöglichkeiten für die Sonden sind Pflicht zum Schutz vor Verbrennungen. Wenn das Gerät dann auch kompakte Maße im modernen Design besitzt, sind die Anforderungen aus dem Alltag gut erfüllt.
Die heutigen Geräte arbeiten alle sehr zuverlässig und entsprechen den geforderten Qualitätsstandards. Das spiegelt sich auch in den von den Herstellern angebotenen Garantiezeiten von bis zu drei Jahren wider. Ein Tip noch zuletzt: ein Blick auf die Nachkaufleistungen der Hersteller (neben der Garantiezeit) lohnt sich.

Autor
Christian Pilz
Tobelweg 21
88090 Immenstaad am Bodensee


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