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Gußtechnik: aktuell wie eh und je


 
Mit der flächendeckenden Verbreitung der CAD/CAM Technologie gerät oft in Vergessenheit, was auch heute noch den Laboralltag in großem Umfang prägt: der dentale Guß. Mittelfristig wird dieses Verfahren mit den Bereichen Metallgerüste, Vollgußkronen und Modellguß immer noch das Rückgrat der prothetischen Versorgung bilden. Somit gehört das Gußgerät zum unverzichtbaren Inventar in jedem Labor. Neben hochmodernen Vakuum-Druckguß-Geräten (z. B. für die Verarbeitung von Titan) kommen gerade für das Vergießen und Schmelzen von Edelmetallen häufig Gußschleudergeräte zum Einsatz. Die Palette der in diesem Bereich angebotenen Geräte ist groß, und auch hier schreitet die technische Entwicklung voran.

Das Gießen von Legierungen mit einer verlorenen Wachsform hat Tradition und ist noch immer das Standardverfahren, um Gerüste oder Vollgußkronen aus Edelmetall oder EMF-Legierungen herzustellen. Im Schleuderguß-Verfahren wird das geschmolzene Metall unter Zentrifugalkraft in die Muffel verbracht. Wie dieses Prinzip umgesetzt wird, ist je nach Hersteller und Aufwendigkeit der Gerätekonstruktion sehr unterschiedlich.
Die einfachste Variante stellen die Geräte dar, die mit einem mechanischen Federantrieb arbeiten, und bei denen das Schmelzgut vor dem Guß in der Schmelzmulde mit offener Flamme geschmolzen wird. Größeren Komfort bieten Geräte, bei denen der Schleuderarm mit einem Motor angetrieben wird. Auch regulier- oder gar programmierbare Anzugsgeschwindigkeiten des Schleuderarms werden von einigen Herstellern angeboten.

Offene Flamme versus Widerstandsofen
Da im Schmelzen der Legierungen unter offener Flamme vielfach die Gefahr eines Qualitätsverlustes des Gusses gesehen wird, gibt es auch Geräte, bei denen der Schmelzvorgang in dem im Gerät integrierten Widerstandsofen vollzogen wird. Denn die um bis zu 1.000 °C über dem Schmelzpunkt der Legierung liegende Schmelztemperatur der offenen Propan-Sauerstoff-Flamme birgt die Gefahr der Überhitzung des Gußgutes und somit die Poren- und Lunkerbildungen im Guß. Im Gegensatz dazu kann bei dieser Methode eine genaue Maximaltemperatur (in der Regel ca. 1.400 °C) eingestellt werden, die nur wenige 100 °C über der Liquidustemperatur der Legierung liegt. Das Gußgut kann somit in kurzer Zeit sehr schonend aufgeschmolzen werden. Je nach Gerätetyp und Ausstattung läßt sich z. B. die Temperaturführung elektronisch steuern und programmieren. Des weiteren bieten einige Hersteller auch Zusatzmodule, mit denen der Gießvorgang dokumentiert werden kann, und die zur qualitätssichernden Automatisierung des Gusses beitragen.

Je einfacher, desto preiswerter
Im Preisvergleich der Geräte zeigt sich eine große Spanne, was im stark unterscheidenden Leistungsspektrum der einzelnen Geräte begründet liegt. Hier kann man die Faustregel ansetzen: je einfacher, desto preiswerter.
Inwieweit man in Automatisierung und Hightech investiert, bleibt jedem selbst überlassen. Die Gleichung „mehr Technik = mehr Qualität“ muß nicht immer aufgehen, denn entscheidend für die Gußqualität ist letztlich auch das Können und die Erfahrung des Technikers. Unbestritten lassen sich auch mit einfachen Kompaktgeräten, bei denen der Edelmetaller in der jahrzehntelang gängigen Praxis des Schmelzens mit der offenen Flamme arbeitet, qualitativ hochwertige Güsse herstellen.

Redaktion



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Gegossene Stegarbeit. Foto: Andreas Hoffmann, Gieboldehausen








 

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