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Universell, speziell oder speed?


 
Solange im Labor nach dem Prinzip der verlorenen Form gearbeitet wird, solange wird die Einbettmasse ein wichtiger Bestandteil hin zu paßgenauem und hochwertigem Zahnersatz bleiben. Ausschlaggebend für die Qualität des Werkstücks sind dabei die Präzision, das Expansionssteuerungsverhalten der Massen und deren korrekte Verarbeitung.
Hinsichtlich der Unterteilung der einzelnen Massen im nachfolgenden Leistungsvergleich wurde in Preßkeramik-, NEM- und Speed-Einbettmassen unterschieden. Doch selbst bei dieser Klassifizierung sind die Übergänge noch fließend und eine Zuordnung, will man zu einer nicht noch weiter heruntergebrochenen Einteilung kommen, schwierig.
Das Wichtigste, was eine moderne Einbettmasse bieten muß, ist eine exakte Expansionssteuerung, im Falle von Modellgüssen mit sehr hohen Expansionswerten.
Auch die Verarbeitungsbreite und das Erzielen einer möglichst glatten Gußoberfläche, die wenig Nacharbeiten zur Folge hat, sind Faktoren, die der Techniker in die Entscheidung für eine Einbettmasse einfließen läßt.

Materialvielfalt bestimmt die Wahl der Einbettmasse

Bei der Frage, inwieweit eine Einbettmasse auf das zu gießende Material hin abgestimmt sein oder eine möglichst große Indikationsbreite besitzen sollte, scheiden sich die Geister. Hier spielen sicher auch Wirtschaftlichkeitsüberlegungen in Abhängigkeit von der Vielfalt der im Labor verarbeiteten Gußlegierungen eine Rolle. Ein Labor, das eine sehr reduzierte Legierungsauswahl anbietet, wird sicher gezielt angepaßte Einbettmassen bevorzugen; wer seinen Kunden eine breite Materialauswahl bietet, wird allein aus Sicht der schwierigen Lagerhaltung auf eine universell einsetzbare Masse zurückgreifen, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß Handling und Gußergebnisse stimmen. Für Labore, die sich einen größeren Markt im Bereich der Preßkeramik erschlossen haben, ist jedoch sicher eine auf ihr Preßsystem abgestimmte Einbettmasse empfehlenswert.

Titan - die Ausnahme

Eine Ausnahme hinsichtlich der Ausweichmöglichkeiten auf eine Universalmasse stellt die gußtechnische Verarbeitung von Titan dar. Da Titan keinen Schmelzintervall besitzt, sondern über einen definierten Schmelzpunkt von 1.668 °C verfügt und das flüssige Titan eine hohe Reaktiviät besitzt, können gips- oder phosphatgebundene Quarzeinbettmassen nicht verwendet werden, sondern es bedarf spezieller Titaneinbettmassen. Diese Einbettmassen wurden so konzipiert, daß die Bildung einer alpha-case-Schicht auf der Titangußoberfläche nahezu komplett vermieden wird.

Die wichtigsten Voraussetzungen

Hinsichtlich von Wirtschaftlichkeitsberechnungen sollte auch das Mischungsverhältnis zwischen dem Massepulver und den die Expansion steuernden Flüssigkeiten unter Einbeziehung des zugemischten Anteils von destilliertem Wasser Beachtung finden.
Auch die Entscheidung, ob man sich beim Guß für ein Speed-Verfahren (Einbringen der Muffel in den auf Endtemperatur hochgefahrenen Vorwärmofen) oder für das klassische Verfahren mit dem Übernachtaufheizen unter Berücksichtigung von Haltezeiten entscheidet, sollte jeder Techniker individuell unter Abwägung von wirtschaftlichkeits- und ergebnisorientierten Faktoren fällen. Beim Speedverfahren verkürzt sich die Aufwärmzeit um bis zu drei Stunden und steigert somit die Flexibilität im Arbeitsablauf erheblich, insbesondere bei eiligen Arbeiten oder wenn der Vorwärmofen noch zu heiß ist, um konventionell vorzuwärmen.

In Bezug auf ihren Markterfolg gibt es zwei Voraussetzungen, die Einbettmassen unbedingt zu erfüllen haben: absolute Chargenreinheit und eine genau auf die jeweilige Charge bezogene Definition des Mischverhältnisses zur Einstellung des Expansionsverhaltens. Fehlgüsse oder ungenaue Guß­passungen aufgrund herstellungsbedingter Fehler in Bezug auf diese Punkte können schnell zu einem schlechten Ruf eines ansonsten qualitativ hochwertigen Produkts führen.
Bezogen auf die Auswahl „seiner“ Einbettmasse sollten für den Techniker neben den selbstverständlichen Faktoren wie exakte Expansionssteuerung und absolute Chargenreinheit auch Gesichtspunkte der rationellen Verarbeitung ins Gewicht fallen: Lassen sich Güsse erzielen, die in ihrer Präzision nur wenig Nacharbeit benötigen, oder ist das Ausbetten einfach, so läßt sich im Arbeitsablauf sehr viel Zeit einsparen - Zeit, die Geld bedeutet und gegebenenfalls einen etwas höheren Einkaufspreis mehr als wett macht.
Mittlerweile ist die Zahl der angebotenen Einbettmassen nahezu unüberschaubar, so daß der folgende Leistungsvergleich nur einen kleinen Teil auflistet. In einer groben Gliederung nach Einsatz der Massen in Bezug auf das zu gießende Material soll jedoch versucht werden, einen ersten Überblick über die erhältlichen Produkte zu bieten. Aus Platzgründen und in Bezug auf die sich derzeit darstellende Marktsituation mußte dabei auf die Auflistung reiner EM- , Universal- und Titan-Einbettmassen leider verzichtet werden.


Redaktion


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