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Polierer für Keramiken


 
Heute verwendete Dental-Keramiken werden in folgende drei Gruppen eingeteilt: Feldspatkeramiken, Glaskeramiken und Oxidkeramiken. Die Feldspatkeramiken werden zum Verblenden von Metall- oder Oxidkeramikgerüsten verwendet. Glaskeramiken kommen neben Verblendungen auch als Preßkeramiken für den vollkeramischen Ersatz zum Einsatz. Oxidkeramik-Gerüste werden entweder glasinfiltriert (In-Ceram-Technologie) oder durch Fräsen eines Grünlings bzw. eines gesinterten Rohlings hergestellt.
Keramische Werkstoffe sind sehr spröde und deshalb anfällig für Biege- und Zugkräfte. Defekte und Poren an der Oberfläche können als Ursache für eine Rißausbreitung dienen. So kann z. B. Speichel, der in Porositäten dringt, einen nach innen gerichteten Druck erzeugen, der bereits bestehende Risse vergrößert. Außerdem können die Bindungen zwischen den Siliziumdioxidtetraedern gespalten werden, wenn eine mit Speichel gefüllte Rißspitze auf diese trifft. Es ist deshalb möglich, daß selbst eine wenig belastete keramische Arbeit dadurch geschädigt wird und dann in der Folge bricht. Aus diesem Grund sollten Zahntechniker bzw. Behandler unbedingt dafür Sorge tragen, daß die Keramik eine möglichst glatte und porenfreie Oberfläche aufweist. Erreichen kann man das am besten durch den Glanzbrand. Wenn dies jedoch durch eventuelle Korrekturen nach Eingliederung nicht mehr möglich ist, sollte eine bestmögliche Politur erfolgen.

Unterschiedliches Rißverhalten der Keramiken

Auch durch die Bearbeitung der Keramik-oberfläche können Risse induziert werden. Die Rißausbreitung hängt sehr vom Keramiktyp ab. Eine Feldspatkeramik zeigt ein schnelles Rißwachstum, da hier nicht wie bei der Glaskeramik kleine Kristallite die Rißausbreitung stoppen können. Auch Oxidkeramiken enthalten polykristaline Bestandteile, die einer Weiterleitung von Rissen entgegen wirken. Am unempfindlichsten gegenüber mechanischer Rißausbreitung sind Y2O3-stabilisierte Oxidkeramiken. Sie sind jedoch so hart, daß ein enormer Werkzeugverschleiß bei der Bearbeitung auftritt.

Glanz ist nicht gleich Glanz

Nur wenn nach der definitiven Befestigung einer Keramik noch Formkorrekturen notwendig sind, also ein Glanzbrand nicht mehr möglich ist, sollte eine Politur der Oberfläche erfolgen. Aber auch bei adhäsiver Befestigung müssen die Ränder nach Überschußentfernung noch ausgearbeitet und poliert werden. Durch anfangs gröbere rotierende Werkzeuge, die einen raschen Materialabtrag erlauben, entsteht gegenüber der gebrannten Oberfläche eine mikromorphologische Verschlechterung. Ebenso zeigen industriell gefertigte Keramiken nach dem Schleifen relativ rauhe Oberflächen. Neben der Vermeidung der Induzierung und Ausbreitung  von Rissen muß sich auch aus Gründen der Ästhetik und der Minimierung biologisch negativer Effekte eine Politur anschließen, die zu optimaler Oberflächenqualität führt. Subjektiv ist dies erreicht, wenn die Oberfläche „glänzt“. Der umgangssprachliche Begriff „Glanz“ bezeichnet aber lediglich das subjektive optische Erscheinungsbild an glatten Flächen, d. h. die Intensität des direkt und des diffus reflektierten Lichtanteils. Um die Oberfläche hinsichtlich Geometrie und Rauheit im Mikrobereich zu erfassen, wird mit Oberflächenmeßgeräten gearbeitet, die eine Bewertung mit Maßzahlen erlauben. Diese Methode stellt ein objektives Verfahren dar, das jederzeit reproduzierbar ist. Damit können relevante Oberflächenkenngrößen wie z.B. der arithmetische Mittenrauhwert Ra bestimmt werden.
Für die Politur von Keramiken stehen unterschiedliche Poliersysteme zur Verfügung. Neben zahlreichen meist mehrstufigen Silikonpolierern mit keramischen Partikeln werden auch flexible Scheibensysteme angeboten. Untersuchungen an gefrästen Feldspatkeramikprüfkörpern zeigten, daß die Oberflächenrauhigkeit nach der Bearbeitung mit Scheibenpoliersystemen am geringsten ist. Jedoch erhält man auch mit ausgewählten dreistufigen silikongebundenen Diamantpolierern die geforderten arithmetischen Mittenrauhwerte von < 0,2 µm, um die Plaqueanlagerung zu minimieren [Bollen, Dörnbrack]. Mit allen silikongebundenen Poliermitteln konnte nach der Bearbeitung die Oberflächenqualität von Feldspat- und Glaskeramiken signifikant verbessert werden. Damit kann ein protektiver Effekt der keramischen Restauration im Hinblick auf Plaqueakkumulation und Sekundärkaries erwartet werden.

Autor
Dr. Angelika Rzanny
Friedrich-Schiller-Universität Jena   
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
Bereich Werkstoffkunde und Technologie
Bachstraße 18
07740 Jena      
E-Mail: angelika.rzanny@med.uni-jena.de


Literatur:

Bollen, C.M.L., Lambrechts, P., Quirynen, M.: Comparison of surface roughness of oral hard materials to the threshold surface roughness for bacterial plaque retention: A review of the literature. Dent Mater J 13,  258-269  (1997)

M. Dörnbrack, A. Rzanny, D. Welker, H. Küpper: Zur Oberflächenqualität CAD/CAM-gefertigter keramischer Restaurationen nach Politur. DZZ 57, 492-494 (2002)


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Es wird mit Oberflächenmeßgeräten gearbeitet, die eine Bewertung mit Maßzahlen erlauben.







 

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