|
Ursprünglich zur Oberflächenkonditionierung eingeführt, muß ein „Mikrofeinstrahler“ heute doch einiges mehr leisten. Da wären: Ausbettarbeiten vom Modellguß bis zur Vollkeramik, Oberflächenkonditionierung für Kunststoff- und Keramikverblendungen, Entfernen von Plaque- und Oxydanhaftungen, oder vielleicht auch einfach nur das Mattieren einer Kronenkaufläche.
Das Haupteinsatzgebiet zahntechnischer Sandstrahler ist die Gußtechnik, wobei hier in Griffelstrahler- auch Mikrofeinstrahler genannt und Umlaufstrahler unterschieden wird. Umlaufstrahler sind meist Saugstrahler und für die groben und zeitintensiven Ausbettarbeiten (Entfernen der Einbettmasse von NE-Güssen) konzipiert worden. Beim Saugstrahlprinzip reißt beschleunigte Luft (Preßluft) das Strahlgut über eine Venturidüse mit und leitet es durch die Strahldüsen auf das Objekt weiter. Sie nutzen als Strahlmittelreservoir die eigene Strahlkammer und verwenden den Strahlsand permanent wieder. Teilweise sind diese auch mit rotierenden Trommeln ausgestattet, in welche die Objekte eingelegt werden und dann automatisch strahlen. Anforderungen des Mikrofeinstrahlers sind: hohe Abtragsgeschwindigkeit, Strahlmittel-Mengendosierung, gleichmäßiger Strahlfluß, gezieltes Strahlen mit feinen Düsen (0,8 - 1,5 mm), gleichmäßige Rauhigkeit, reinstes Strahlgut ohne Verunreinigungen, schnelle Umstellung der Korngrößen bzw. Strahlmittel. Speziell bei der Vorbereitung zur keramischen Verblendung dürfen keine Fremdstoffe in die Oberfläche des Werkstückes eingebracht werden. Das Strahlmittel wird nicht aus der Strahlkammer, sondern aus gesonderten Strahlmitteltanks entnommen. Beim Druckstrahlsystem steht der Strahlmittelbehälter unter Druck, der Strahlsand wird erst außerhalb des Behälters entsprechend der Druckeinstellung beschleunigt. Einheitliche Verfahren gibt es jedoch fast nicht, jeder Hersteller ist bemüht mit technischen Tricks den Strahlmittelfluß zu optimieren. Eine große Herausforderung bei der Entwicklung eines zahnmedizinischen Sandstrahlers stellt die Bandbreite der Strahlmittel dar. Ob Aluminiumoxyd mit 250mµ oder Glasperlen mit 25mµ, das Gerät soll immer gleich gut funktionieren. Der technische Aufwand dafür schlägt sich letztendlich im Verkaufspreis nieder.
Beim Kauf zu beachten Heutige Mikrofeinstrahl-Geräte sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal kann die Anzahl der Strahlkammern sein. Sie ermöglichen es, schnell zwischen verschiedenen Strahlmitteln auszuwählen ohne eine Kammer dafür entleeren und wieder neu befüllen zu müssen. Hier gibt es viele Basisgeräte, die nachträglich mit zusätzlichen Kammern ausgestattet werden können. Andere Merkmale betreffen meist den Bedienkomfort, als da wären Füllvolumen, Beleuchtung oder Wartungsfreundlichkeit. Zusätzliche technische features wie z. B. eine beheizte Strahlkammer für eine Trocknung des Strahlsandes sollten bei der Kaufentscheidung auch berücksichtigt werden. Die Bedienergonomie eines Mikrofeinstrahlers ist auch ein wichtiger Aspekt: Können die wichtigsten Funktionen bedient werden ohne die Hände aus der Strahlkammer zu nehmen? Werden alle Erwartungen von mehreren Geräten erfüllt, entscheidet letztlich oft der Kaufpreis – bei Mikrofeinstrahlern sind die Preisunterschiede enorm. Wohl denen, die ihr Wunschgerät im Vorfeld testen können. Autor Gerhard Zimmermann, Bad Essen Tel.:05472 / 9432-0
Zum Produktvergleich: Feinstrahlgeräte/ Sandstrahler |

Der Mikrofeinstrahler konditioniert die Oberfläche für die Weiterverarbeitung. Die Funktionsweise bei den meisten Geräten: das Druckstrahlprinzip
|