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Der „Goldstandard“ oder die Frage nach der Berechtigung von Edelmetall im Zahnersatz


 
Wissen Sie, verehrte Leser, was der Goldstandard ist? Laut Enzyklopädie bezeichnet er die Deckung einer Währung durch Gold. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Goldstandard jedoch so etwas wie die höchste Qualitätsstufe, die es zu erreichen gilt. Man findet diesen Goldstandard sogar im Klimaschutz, bei Antikörpertests und Operationstechniken.

Nun ist die Frage berechtigt, warum man ein Kriterium, an dem sich alles messen lassen muß, als „Goldstandard“ bezeichnet. Das Wort „Gold“ ist es, was aus einem einfachen Standard-Produkt ein Premium-Produkt, also ein Goldstandard-Produkt macht. Messen wir also unsere zahntechnischen Produkte am Goldstandard!
Seine Werkstoffeigenschaften machen das Gold zu einem idealen Material, um im legierten Zustand für prothetische Versorgungen im Dentalbereich eingesetzt zu werden. Es ist der am längsten bewährte zahnmedizinische Werkstoff, den es gibt, und verdient somit die Ernennung zum Goldstandard. Mit klinischen Erfahrungen, die bis ins Zeitalter der Etrusker zurückreichen, kann keiner der neuen Werkstoffe von Kunststoff bis Keramik glänzen. Ein Zeichen dafür, daß sich die neuen Materialien, insbesondere Vollkeramik, qualitativ an den Goldstandard annähern, ist die Tendenz eines schrumpfenden Edelmetall-Legierungsmarktes. Dies geht aber leider einher mit einer gleichzeitigen Absenkung der qualitativen Ansprüche, so daß nur ein einfacher Standard (z. B. NEM-Legierungen) verbleibt – den Gesundheitsreformen ist dies geschuldet.

Was bleibt uns nun vom Goldstandard noch übrig?

Eine Vielzahl von Herstellern und Vertreibern von Edelmetall-Legierungen stellt die Zahnärzte und Zahntechniker vor die unüberwindbar scheinende Aufgabe, für ihre Patienten die optimale Legierung auszuwählen. Der allgemeine Trend zum Geiz hat auch hier seine Spuren hinterlassen. So erscheinen vermehrt sogenannte Sparlegierungen auf der Bildfläche, die abgesehen von schlechteren Werkstoffeigenschaften einfach nur billig sind. Dabei gibt es heute verschiedene, im Hinblick auf Zusammensetzung und Verarbeitung weiterentwickelte und optimierte Goldlegierungen, die allen Anforderungen für Prothetik auf höchstem Standard gerecht werden.
Fragen wir doch den Patienten, was für ihn der Goldstandard beim Zahnersatz ist.
Der Patient erwartet von seinem Zahnersatz primär Ästhetik, Funktion, Haltbarkeit und gute Verträglichkeit. Gerade die Biokompatibilität steht immer mehr im Fokus, so daß spezielle Biolegierungen diese Anforderungen erfüllen und somit die Meßlatte noch einmal höher legen. Die Vereinigung all dieser Qualitätsansprüche ist der Goldstandard. Wenn sie das alles in ihrer zahntechnischen Arbeit umgesetzt sehen und es auch wirklich erkennen können, dann sind sie auch bereit, den entsprechenden Preis dafür zu zahlen. Es stellt sich lediglich die Frage, wie der Patient als Laie dies wirklich erkennen kann? Das ist die Aufgabe umfassender Aufklärung und Beratung. Diese Dienstleistung gehört also mit zum Goldstandard. Erst der aufgeklärte und umfassend informierte Patient wird mit seinem Zahnersatz rundum zufrieden sein können, weil er die Wertigkeit zu schätzen weiß.

Fazit

In Deutschland wurden im Jahr 2005 für knapp 300 Mio. Euro Goldlegierungen für zahntechnische Anwendungen umgesetzt. Es gibt ihn also noch, den Goldstandard. Er wird auch bleiben, was er ist, nämlich ein maximales Qualitätskriterium. Setzen Sie nun noch die richtigen Materialien zur Herstellung von Zahnersatz ein (nämlich hochgoldhaltige Legierungen), dann sind Sie ihm wieder ein Stück näher gekommen. Die folgende Übersicht soll Ihnen eine Entscheidungshilfe zur Wahl Ihres persönlichen Biolegierungsfavoriten sein. Sie können jedoch versichert sein, dem Goldstandard entsprechen sie alle.


Autor

ZA Heiko Grusche,
Pforzheim



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Goldstandard bedeutet: Ästhetik, Funktion, Haltbarkeit und gute Verträglichkeit.







 

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