Themenübersicht: Praxis und Praxisführung
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Für die Zahnarztpraxis ist der Arbeitsplatz der wichtigste Arbeitsplatz!


 
Die meiste Zeit verbringt der Zahnarzt mit der Behandlung seiner Patienten am Stuhl. Daraus ergeben sich für diesen Arbeitsplatz die Forderungen nach funktionellem und ergonomischem Design, hochwertiger Ausstattung und bester Verarbeitungsqualität.
Aus wirtschaftlichen und arbeitsphysiologischen Gründen sind qualitativ hochwertige Behandlungseinheiten ein „Muß“! Die wirtschaftlichen Faktoren beziehen sich dabei zum einen auf die Zuverlässigkeit (Service, Ersatzteilbeschaffung, Lebensdauer) und zum andern auf das Praxis- Marketing, also das Wohlbefinden der Patienten und die Realisierung praxisspezifischer Behandlungskonzepte.

Die arbeitsphysiologischen Aspekte betreffen in erster Linie den Zahnarzt und seine Helferin: Platzierung und Zugriff zu den Instrumenten, die Umsetzung verschiedener Behandlungspositionen und die Realisierung fall­­spezifisch notwendiger Behandlungsschritte. Aber auch für den Patienten spielt Ergonomie eine Rolle, er soll z.B. bei Bedarf spülen, den Bildschirm betrachten und rasch eine aufrechte Position einnehmen können. Der Zahnarzt steht also scheinbar vor einem Dilemma, wenn er alle Anforderungen und individuelle Wünsche zusammen mit dem zur Verfügung stehenden Budget abstimmen will. Doch bei genauerer Betrachtung sind diese Punkte meist deckungsgleich und verlangen nur nach der konsequenten Umsetzung des Praxiskonzeptes. Sofern man eines hat!

In der letztjährigen Ausgabe wurde hier auf die Spezialisierung der Zahnarztpraxen am Beispiel des Kinderbehandlungsplatzes Fridolin hingewiesen und die Bedeutung eines individuellen Praxiskonzeptes als einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Praxis definiert. In dieser Ausgabe, kurz vor der IDS 2007, bei der viele Zahnärzte ihre Arbeitsplatz-Investitionen vorbereiten, sollen die verschiedenen Aspekte der Entscheidungsfindung für den Kauf einer Behandlungseinheit, näher betrachtet werden. Die Basisbetrachtung sollte dabei nicht in erster Linie vom Budget, sondern von der eigenen Zielsetzung (Was will ich mit meiner Praxis erreichen? Wen will ich mit meiner Praxis erreichen?) abhängig gemacht werden.

Die Doppeldeutigkeit in der Überschrift ist daher ganz bewußt gewählt. Geht der Zahnarzt davon aus, daß er die Behandlung seiner Patienten am besten kann, sollte dies folgerichtig seine zentrale Tätigkeit sein. Das klingt so logisch wie banal, aber die Folgerung daraus ist entscheidend: Macht sich der Zahnarzt bewußt, daß er mindestes 50 % seiner Arbeitszeit am „Behandlungsstuhl“ (bei guter Praxisorganisation sogar noch deutlich mehr) verbringt, dann wird klarer, daß dieser Arbeitsplatz nicht vorrangig unter finanziellen Aspekten ausgesucht werden sollte, sondern gleich aus mehreren Gründen das Schmuckstück der Praxis sein sollte.

  1. Es ist Ihr Arbeitsplatz, an dem Sie die meiste Zeit verbringen und auch ihre eigene Gesundheit bewahren oder alterieren können (Thema Ergonomie!)
  2. Es ist nicht nur Ihr Arbeitsplatz, sondern auch der Ihrer Assistentin.
  3. Für den Patienten ist der Behandlungsstuhl Ausdruck von Kompetenz und Qualität und wichtiger Faktor für sein persönliches Empfinden. (Thema: Praxismarketing)
  4. Der Arbeitsplatz ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. (Thema: Zuverässigkeit und Behandlungsgeschwindigkeit)
  5. Der Arbeitsplatz sollte sich z. B. durch Modulbauweise erweitern lassen. Thema: Behandlungskonzepte, Zukunftssicherheit)

Bei Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte wird die Nutzen/ Kosten-Relation entscheidend. Wenn der Zahnarzt mit Freude an seinen Arbeitsplatz geht, ist ein Behandlungserfolg schon deshalb wahrscheinlicher, da sich diese Atmosphäre auf das Praxisteam und den Patienten überträgt. Sind dann auch noch alle nötigen Instrumente, Geräte, Schalter und Steuerungselemente ideal angeordnet, verkürzen sich Behandlungszeit und körperliche Aufwand erheblich, was wiederum die Effizienz erhöht. Da die Patienten nur selten die Kompetenz ihres Behandlers direkt beurteilen können, sind die indirekten Kriterien um so wichtiger. Es wirkt eben nicht nur angenehm, sondern deutet auf auch höchsten Praxisstandard hin, wenn bei einer längeren Sitzung ein leichtes Lüftchen wie in einer Oberklasse-Limousine durch das Polster gepustet wird und somit Auflageflächen entlastet und Schweißbildung reduziert oder verhindert werden. Eine neue Entwicklung aus einer deutschen Dentalmanufaktur bietet jetzt sogar ein Massagepolster an, bei dem der Patient per Fernbedienung ganz individuell verschiedene Massageeinheiten ansteuern kann. Wie es sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat, wurden z. B. Multimedia-Systeme, wenn sie sich auch noch in ein Praxis-Netzwerk einbinden lassen, zu einer wichtigen Ergänzung, sofern der Arbeitsplatz dies zugelassen hat.

Da die Spezialisierung in der Zahnmedizin immer bedeutsamer wird, sollte die Behandlungseinheit entsprechende Nachrüst-Möglichkeiten bieten. Da Zahnarztpraxen aber immer Einzelobjekte sind, wird es auch immer wieder notwendig sein, angebotene Produkte in dem ein oder anderen Punkt anzupassen. Dies kann ein Arbeitsplatz vom Fließband meist nicht oder nur zu hohen Zusatzkosten. Auch das ist ein Punkt, den man bei der Wahl seines Arbeitsplatzes berücksichtigen sollte.


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