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Kleine Temperaturschwankung – große Wirkung


 
Der dentalkeramische Sinterofen steht bei der Herstellung von keramisch verblendetem Zahnersatz sowie beim Übergang vom geschichteten Grünling zur fertigen Einheit an zentraler Stelle. Eine homogene, suffiziente Sinterung ist Ziel dieses als Flüssigphasen-Sinterung bezeichneten Herstellungsschritts. Untersuchungen konnten jedoch belegen, daß die Energiemenge (Wärme) innerhalb des Ofens von vielen Faktoren beeinflußt werden kann.

Temperaturdiskrepanzen zwischen der eingestellten und der existierenden Temperatur im Innern eines dentalkeramischen Sinterofens werden auf dem Ofendisplay nicht zuverlässig angezeigt.
Wesentlichen Einfluß auf den Sinterprozeß hat der Sinterofen. Auch die Größe der Sinterkammer, die Lage und das Alter der Heizwicklungen, die Positionierung des Thermoelementes in der Sinterkammer (zentral oder seitlich) sowie die Wärmespeicherung des Brenngutträgers können die erforderliche Energiemenge beeinflussen.

Wichtig: die richtige Positionierung des Sinterobjektes

Untersuchungen können zeigen, wie die Sintertemperatur der verschiedenen Programme durch diese Faktoren beeinflußt wird.
Mittels acht isolierter, unabhängiger Thermosonden (Pt/PtRo), die in radiärer Anordnung in die Sinterkammer bei verschiedenen Dentalkeramiköfen eingebracht wurden, wurde der Temperaturverlauf während des gesamten Zyklus' unterschiedlicher Sinterprogramme protokolliert.
Dabei ist die Charakteristik des Temperaturverlaufes innerhalb der Sinterkammer für jeden Sinterofen charakteristisch.

Während in der Aufheizphase die Temperatur bis zur der erforderlichen Sinterendtemperatur ansteigt, muß innerhalb der Haltephase die Temperatur über eine Minute gehalten werden. Je nach Positionierung des Sinterobjektes muß mit Abweichungen gerechnet werden. Die geringste Temperaturdiskrepanz zur eingestellten Temperatur konnte mit 12 K bei den hochbrennenden Sinterzyklen in einem Abstand von 1,25 - 3 cm zum Kammerzentrum gemessen werden, während im Temperaturbereich niedrigbrennender Keramiken Temperaturdiskrepanzen von 27 - 48 K dargestellt werden konnten. Dieser Temperaturunterschied reduzierte sich nach der einminütigen Haltezeit um 10 - 22 K.


Regelmäßig kalibrieren und optisch kontrollieren

Da bei Dentalkeramiköfen die Konstanz und Reproduzierbarkeit der Temperaturführung im Laufe der Jahre abnimmt, sollte eine regelmäßige optische Kontrolle der Heizwicklung durch den Zahntechniker erfolgen. Zudem sollte über Kalibrierungsprogramme die Leistung überprüft und den veränderten Bedingungen angepaßt werden.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Sinterzyklen im mittel- und niedrigbrennenden Temperaturbereich, da hier geringe Sicherheitsintervalle ein höheres Risiko bedingen und kleinere Abweichungen der Temperatur am Wirkort sich meß- und sichtbar auf die Keramik und das Metallgerüst auswirken.


Autor

OA Dr. Thomas Klinke
Poliklinik für zä. Prothetik, Alterszahnheilkunde und medizinische Werkstoffkunde
(Dir.: Prof. Dr. Reiner Biffar)
Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Rotgerberstrasse 8, 17489 Greifswald
klinke@uni-greifswald.de



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