Der Goldstandard ist längst erreicht |
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Nachdem die CAD/CAM Technologie die effektive und sichere Verarbeitung von Titan, Zirkon- und Aluminiumoxid ermöglichte, blieb immer noch die Frage, warum man diese Technik anwenden solle, wenn die Vorteile dieser Gerüstmaterialien unter einer Verblendung verborgen bleiben, die mit dem damaligen Goldstandard der VMK-Technik nicht mithalten konnte. Dies hemmte natürlich die Akzeptanz und den Verbreitungsgrad der neuentwickelten Systeme. Mittlerweile haben sich nicht nur die CAD/CAM-Systeme, was die Qualität der mit ihnen hergestellten Werkstücke angeht, rasant in positiver Richtung entwickelt, sondern auch die Verblendkeramiken für Vollkeramikgerüste – aber auch Titan – sind den Kinderschuhen entwachsen und können sich mit ihren größeren und älteren Geschwistern, den VMK-Keramiken, messen. Das war letztlich für den Durchbruch der CAD/CAM-Technologie entscheidend.
Zwar hatte man nun für die Zahnmedizin ähnlich wie in anderen medizinischen Bereichen neue Materialien entdeckt, die ausgesprochen verlockende Werkstoff-eigenschaften in Aussicht stellten, doch keiner wußte so recht, wie diese technisch zu handeln seien. So machte sich eine Lobby für Titan als Gerüstmaterial stark, das mit Korrosionsfestigkeit, Stabilität, geringem Gewicht und Biokompatiblität aufzutrumpfen wußte, hinsichtlich der Schwierigkeiten seines händischen Bearbeitens jedoch auf wenig Gegenliebe stieß. Das aus dem Bereich der Hüftgelenkprothesen bekannte und millionenfach klinisch bewährte Zirkonoxid faszinierte durch seine für einen keramischen Werkstoff extrem hohe Härte, Stabilität und Bruchfestigkeit aber auch durch seine dem natürlichen Zahn nahekommende Farbe und seine bei richtiger Mischung der Grundwerkstoffkomponenten dentin-ähnlichen Transluzenz. Eine Technologie mit Kinderkrankheiten Zirkonoxid schien also der dentale Werkstoff der Zukunft zu sein, wäre da nicht das Problem gewesen, wie es für einen Techniker zu bearbeiten sei. Da nur eine maschinelle Fertigung in Frage kam, wurden von der Dentalindustrie in breiter Front CAD/CAM-Fräsmaschinen-Systeme entwickelt. Nachdem ein Teil dieser Systeme bezogen auf den aktuellen Stand der Technik (formulieren wir es einmal vorsichtig) zur annähernden Marktreife gelangte, rümpften fast alle Zahntechniker in Bezug auf die Paßgenauigkeit der Gerüste die Nase. Nachdem das Marketing für die neuen Systeme in großem Stil angelaufen war, standen auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen unter erheblichem Druck, eine passende Verblendkeramik zu präsentieren. So wurden Lösungsversuche vorgestellt, die das Thema CAD/CAM beinahe hätten vor den Baum fahren lassen. Weder unter werkstoffkundlicher Betrachtung, was die Verbundfestigkeit der Materialien anging, noch unter ästhetischen Gesichtspunkten hielten diese ersten Ergebnisse einer kritischen Betrachtung stand, schien es doch so, als würden gerade die besonders hervorragenden und außergewöhnlichen Materialeigenschaften der Gerüste eben durch das Verblenden negiert. Das Abplatzen von Verblendungen, die zudem nach einhelliger Meinung der Techniker und Zähnärzte in ihrer ästhetischen Wirkung nicht annähernd mit einer mittelmäßig geschichteten VMK-Verblendung mithalten konnten, Verfärbungen beim Brennen oder gar die Fraktur ganzer Arbeiten mehrten die Stimmen derjenigen, die die Technik für ein totgeborenes Kind hielten. Neue Verblendmaterialien brachten breite Akzeptanz Daß dem nicht so war, wissen wir heute. Unter Einbeziehung des praktischen Wissens bedeutender Keramiker der Zahntechnik forschte und entwickelte man unter Hochdruck weiter, um Verblendkeramiken anbieten zu können, die der Markt nicht nur akzeptiert, sondern die sogar begeistern und dabei auch noch den Kriterien einer sicheren Verbundhaftung gerecht werden. Dies ist mittlerweile gelungen, und spätestens mit der IDS 2005 kann man davon sprechen, daß alle führenden Keramikhersteller die Lücke in ihrem Produktsortiment erfolgreich geschlossen haben. Des weiteren bieten sämtliche Systemhersteller, die auch im Keramikbereich operieren, auf die von ihren Geräten verarbeiteten Gerüstmaterialien abgestimmte Verblendkeramiken an. Bei den Verblendmaterialien dieser neuen Generation, sei es nun Titan-, Al2O3- oder auch Zirkonoxid-Verblendkeramik, stimmen nicht nur die chemischen und physikalischen Grunddaten, wie z. B. der auf das jeweilige Gerüst optimal abgestimmte WAK-Wert und eine Biegefestigkeit, die über den Normwerten liegt, sie weisen auch die Eigenschaften im Schichtschema und beim Brennen auf, die der Techniker von VMK-Massen gewohnt ist. Daß sie in fast allen Fällen ins Schicht- und Farbsystem ihrer jeweiligen Produktfamilie voll integriert sind, macht dem Techniker den Umgang mit ihnen besonders leicht und vertraut. Mit der Verfügbarkeit dieser neuen Verblendkeramiken ist nun der Vormarsch der CAD/ CAM-Technologie in der Zahntechnik zumindest im Kronen- und Brückenbereich nicht mehr zu stoppen, zumal die jeweiligen Gerüste je nach Auslastung des selbst betriebenen Systems oder durch externe Fertigung in einem Fräszentrum durchaus schnell, präzise und kostengünstig herzustellen sind, der Techniker sich voll auf die Verblendarbeit konzentrieren und diese Leistung entsprechend des Individualisierungsgrades der Verblendung gewinnoptimierend in Rechnung stellen kann - und was die Ästhetik betrifft, so haben Verblendkeramiken für CAD/CAM-gefertigte Gerüste den VMK-Goldstandard mittlerweile sicher schon erreicht, wenn nicht gar übertroffen. Redaktion Zum Produktvergleich: Titan-/AL2O3-/Zirkon-Verblendkeramiken |
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